 | Frauenpower für „StainZeit“ |

Mit Dr. Doris Zach und Ursula Scherübel haben zwei „kulturelle Urgesteine“ das künstlerische Zepter in der Hand.
Seit 1990 besteht „StainZeit“ als Kulturreferat der Marktgemeinde Stainz. Alt-Bürgermeister Fritz Hubmann rief die Einrichtung mit dem Ziel ins Leben, der Region kulturell-künstlerische Arbeiten und Aufführungen anzubieten. Ganz dem Motto entsprechend, dass der Mensch eben nicht von Brot allein lebe, sollte die damals ins Leben gerufene Initiative ein neues Angebotsspektrum bieten und es den Menschen in der Region ermöglichen, Kultur nicht nur an zentralen Stätten, sondern an Ort und Stelle hautnah zu konsumieren und mitzuerleben. In der ersten Reihe der allesamt ehrenamtlichen Mitarbeiter befanden sich damals auch Reinhard P. Gruber und Prof. Josef Peyer.
„Wir haben stets auf einen entsprechenden Level geachtet“, charakterisiert Direktor Peter Nöhrer, langjähriger Frontmann und Namensgeber von „StainZeit“, die Zielsetzung des Kulturreferates. Was nicht immer ganz leicht fiel, waren die finanziellen Ressourcen nicht überbordend. Aber Not macht erfinderisch: Was pekuniär nicht machbar war, wurde durch persönlichen Einsatz kompensiert. So war es möglich, einen Standard anzubieten, der von anderen, mitunter auch größeren Gemeinden, neidisch beäugt wurde. All diese kulturellen Aktivitäten brachten für den Erzherzog-Johann-Markt nicht nur touristischen Benefit, auch das Image des Ortes erfuhr durch „StainZeit“ einen Aufschwung. Man denke nur an „La Strada“, „Kabarett-Herbst“ und die „Offenen Grenzen“, die viele auswärtige Besucher anlocken.
Diese Umwegrentabilität war für den Gemeinderat der Marktgemeinde Stainz wohl auch der Anlass, „StainZeit“ Jahr für Jahr mit einem Budget auszustatten. Mehr noch: die Mandatare waren sogar einstimmig bereit, mit dem abendlichen Event „Stainz total“ Ende Juli einmal total auf die jugendliche Linie zu setzen und dafür eine Bankgarantie zu übernehmen. Leider hielt diese „Bank“ nicht das, was sie zweifellos versprach. Außer ausgesprochen viel Werbung in der gesamten Steiermark (in Graz fuhr sogar eine „Stainz total-Straßenbahn) blieben nur Sorgenfalten für die Verantwortlichen und Gemeindeväter übrig.
Zumindest jene der Gemeindeväter dürften sich mittlerweile (teilweise) gelegt haben. Die Macher des „StainZeit“-Budgets haben ihre Bereitschaft deponiert, die Bankgarantie von 20.000 Euro im Laufe der nächsten Jahre in Form von Kreditrückzahlungen rückzuführen. „Es soll wieder Ruhe einkehren“, ist sich Doris Zach sicher, einen allseits akzeptablen Vorschlag eingebracht zu haben. Seitens des Gemeinderates gibt es Zustimmung, wie Dr. Peter Fürnschuß, das von der Gemeinde nominierte Verbindungsglied zu „StainZeit“, verrät.
Wie sollen die Rückführungen funktionieren? „Wir werden ein selektives Kulturprogramm erstellen“, setzt Ursula Scherübel auf ein „Klein-aber-fein-Angebot“ und auf die Ansprache privater und institutioneller Kulturförderer in Stainz. Das nächste Highlight? Der Kabaratt-Herbst vom 3.-31. Oktober.
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